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Odenwald-Dialog: "Klimaschutz - Lösungen in der Stadt- und Regionalentwicklung"
Eine kundige Runde diskutierte am 29. November 2011 in Bad König beim neuesten Odenwald-Dialog über das Thema Klimaschutz und versuchte die Frage nach Lösungen in der Stadt- und Regionalentwicklung zu beantworten. Unser Bild zeigt von links Florian Voigt (Brenergo / Gesellschaft für Breitband und regenerative Energien, Erbach), Dr. Bettina Brohmann (Öko-Institut Darmstadt), Moderator Prof Dr. Ing Johann-Dietrich Wörner (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Köln), Christian Falkowski (Europäische Kommission, Bonn) sowie Professor Dr. Ing Rolf Katzenbach (Energy Center an der TU Darmstadt).
Energie-Einsparung: Nur mit Hilfe der Bürger - Experten diskutieren im Odenwald-Dialog in Bad König das Thema Klimaschutz – Regionales Ziel: Aus regenerativen Quellen schöpfen
Von Manfred G i e b e n h a i n
„Ohne die kleinen Schritte können keine großen getan werden“. So fasste am 29. November 2011 zum Ende der Diskussionsrunde der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis das Ergebnis des Odenwald-Dialogs zum Thema „Klimaschutz – Lösungen in der Stadt- und Regionalentwicklung“ zusammen. Die zahlreich in der Wandelhalle in der Kurstadt Bad König erschienenen Gäste wurde zu Beginn von Professor Dr. Ing. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (Köln) begrüßt, der wieder die Moderation übernommen hatte. Die hochkarätig besetzten Veranstaltungen werden von der Odenwald-Akademie (das ist eine Kooperation zwischen dem Odenwaldkreis und der Technischen Universität Darmstadt) organisiert und vom Europe-Direct-Informationszentrum des Odenwaldkreises unterstützt.
Im Blickpunkt standen das vom Kreistag erklärte Ziel, den Strom- und Wärmebedarf der Region zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen zu decken sowie als anerkannte Klima-Region die Vorgabe der Europäischen Union zu erfüllen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken. Auf eine Frage aus dem Publikum eingehend konkretisierte Florian Voigt von der Gesellschaft für Breitband und regenerative Energien (Brenergo), dass das Ziel nicht Autarkie bedeute oder etwa das Bestreben, den Odenwaldkreis vom Stromnetz abzutrennen, sondern rein rechnerisch den Eigenbedarf selbst zu decken. Hinsichtlich des regionalen Engagements verwies Voigt auch auf die Anstrengungen der Energiegenossenschaft Odenwald sowie auf die Energie-Sparkasse.
„Ohne die Sensibilisierung des Einzelnen besteht keine Chance“, sagte Johann-Dietrich Wörner. Er forderte die Bürger zur Unterstützung beim Einsparen von Energie auf. Professor Dr. Ing. Rolf Katzenbach vom Energy Center an der Technischen Universität Darmstadt und Christian Falkowski, Direktor und Botschafter a. D. der Europäischen Kommission, flochten wiederholt internationale Zusammenhänge in die Diskussion ein und verwiesen auf technische beziehungsweise ökonomische Hindernisse. Beide sprachen sich für eine gemeinsame europäische Energiepolitik aus. Der deutsche Atomausstieg sei „einer Aufkündigung des europäischen Stromverbunds“ gleichgekommen, merkte Katzenbach an. Kritik erntete auch die Subventionspolitik für Fotovoltaikanlagen. Ein Solarprogramm beispielsweise in Italien würde vier Mal höhere Erträge erwirtschaften, fügte Christian Falkowski hinzu.
Dr. Bettina Brohmann vom Darmstädter Ökoinstitut hielt dem entgegen, dass hierzulande bereits 51 Prozent der erneuerbaren Energieträger in privater Hand seien, was zugleich einen wichtigen Beitrag zur „Entmachtung der oligopolistisch geprägten Energiewirtschaft“ bedeute. Einig waren sich alle Diskutanten, dass die Stromnetze rasch ausgebaut werden müssten. Keinesfalls mehr zeitgemäß und sehr hinderlich seien die rechtlichen Vorgaben, nach denen auf dem Festland nur Freikabel verlegt werden dürften. Dazu Rolf Katzenbach: „Die Leitungen gehören in den Boden.“ Seiner Ansicht nach konzentriert sich die öffentliche Diskussion viel zu sehr auf die Stromgewinnung, die nur ein Viertel der gesamten Energieversorgung ausmache.
Florian Voigt sah in einem regionalen Engagement für den Klimaschutz „einen zugkräftigen Wachstumsmotor in ländlichen Räumen“. Die Bereitschaft, das Klima wirkungsvoll zu schützen und Energie einzusparen, werde letztlich nur über den Preis erfolgen, stimmten Christian Falkowski und Rolf Katzenbach überein. Den Odenwald bezeichnete er „als den Garten Südhessens“. Zu den Stärken der Region zähle neben der weitestgehend intakten Landschaft die bemerkenswerte Dichte an mittelständischen Handwerksbetrieben. Dank Qualifizierung und Spezialisierung eröffne sich hier ein Markt bis hin zum Energie-Plus-Haus, warf Bettina Brohmann einen Blick in die Zukunft.
Neues Rathausprogramm
Die Rathausvorträge haben inzwischen eine lange Tradition. Bereits im Oktober 1988 meldete sich die Wissenschaft mit dieser Vortragsreihe im Odenwald zu Wort. Das Referententeam besteht ausschließlich aus Professorinnen und Professoren der Technischen Universität Darmstadt und garantiert damit für Aktualität sowie Qualität der umfangreichen Themen. Besonders erwähnenswert ist, dass sich alle Referentinnen und Referenten ehrenamtlich für diese Veranstaltungsreihe zur Verfügung stellen. Ihnen gebührt ein ganz besonderer Dank. Diese hochkarätigen Vorlesungen werden gerne auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und finden im Wintersemester, sprich von Oktober bis März, eines jeden Jahres statt. Sie sind für die Teilnehmenden kostenfrei. Nach jedem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Vortragenden. Die Gesamtdauer jeder Veranstaltung beträgt etwa zwei Stunden.
Anmeldung
Die Rathausvorträge erfreuen sich wachsender Beliebtheit und setzen den Kapazitäten des Historischen Rathauses Grenzen. Aus diesem Grunde bitten wir Sie, sich stets kurz telefonisch unter 06062-70385 oder per Mail unter r.jarillo@odenwaldkreis.de anzumelden. So können wir die Sicherheitsbestimmungen einhalten, Platzkapazitäten besser planen und Ihnen ein entsprechendes Ambiente bieten.
Die Rathausvorträge finden im Historischen Rathaus, Marktplatz 1 in Michelstadt statt. Der Vortrag im März findet traditionell stets in der Synagoge Dr. I.E. Lichtigfeld-Museum, Mauerstr. 19 in Michelstadt statt.
Mitmachvorlesung für Grundschulen aus dem Odenwald

Foto: Studierende und Kinder bei der prämierten Mitmachvorlesung vom 30.09.2010
Die Odenwald-Akademie hat die Zusammenarbeit mit dem Merck-TU Darmstadt-Juniorlabor fortgesetzt und organisierte am 6. Oktober eine Mitmachvorlesung für 3. und 4. Grundschulklassen aus dem Odenwaldkreis. Insgesamt 235 Schülerinnen und Schüler aus sieben Grundschulen erlebten an diesem Tag eine Vorlesung von Studierenden des Lehramts an Gymnasien mit dem Fach Chemie. Das Thema der Veranstaltung hieß „Chemie – eine ganz alltägliche Sache“. Wissenschaftliche Experimente wurden in eine Geschichte eingebettet und kindgemäß erklärt. Einzelne Kinder durften mit experimentieren und wesentliche Handgriffe ausführen. Ziel der Veranstaltung war, den kindlichen Forscherdrang durch eigenes Experimentieren zu fördern sowie ein Wissenschaftsverständnis zu vermitteln, damit die naturwissenschaftlichen Schulfächer keine Angstfächer bleiben bzw. erst gar keine werden. Die Mitmachvorlesung des vergangenen Jahres gewann den 1. Platz des Athene Preises für Gute Lehre 2010 der Carlo und Karin Giersch-Stiftung.
Konventionelle Mobilitätsformen stoßen an ihre Grenzen
Innovative Syteme sind gefragt
Odenwald-Dialog bietet Möglichkeit Ideen einzubringen
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Angeregte Diskussionen mit Podium und Publikum gab es beim letzten Odenwald-Dialog zum Thema „Mobilität im ländlichen Raum – Eine Herausforderung für den Odenwaldkreis?“ unter der Moderation von Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln (zweiter von rechts). Das Podium besetzten dabei Dr. Peter Sturm, Geschäftsführer des Zentrums für integrierte Verkehrssysteme GmbH in Darmstadt (rechts), Dr. Jürg Sparmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement in Frankfurt (zweiter von links) und Peter Krämer, Leiter des Geschäftsbereich Nahverkehr der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) in Michelstadt (links).
Der Odenwald-Dialog zum Thema „Mobilität im ländlichen Raum – Eine Herausforderung für den Odenwaldkreis?“ regte am vergangenen Mittwoch das geladene Podium aber auch das Publikum zu Diskussionen an. Veranstaltet wurde er von der Odenwald-Akademie, eine Zusammenarbeit des Odenwaldkreises und der Technischen Universität Darmstadt. Nach der Begrüßung durch Landrat Dietrich Kübler und Christina Müller, Geschäftsführerin des Autohauses Müller in Michelstadt, in dessen Räumen der Dialog stattfand, leitete Dr. Peter Sturm, Geschäftsführer des Zentrums für integrierte Verkehrssysteme GmbH in Darmstadt, die Diskussionsrunde mit einer kurzen Präsentation ein. Die anschließende Moderation übernahm in bewährter Weise Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln. Das Podium besetzten Dr. Peter Sturm, Dr. Jürg Sparmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement in Frankfurt und Peter Krämer, Leiter des Geschäftsbereichs Nahverkehr der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH in Michelstadt. Durch zahlreiche Wortmeldungen wurde gleich zu Beginn deutlich, dass das Thema die Odenwälder Bevölkerung sehr beschäftigt. Thematisiert wurden die Odenwaldbahn, Möglichkeiten für Senioren, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind und die Busanbindungen. Auch die rückläufige Infrastruktur in kleinen Städten und Gemeinden was Kindergärten, Schulen und ärztliche Versorgung betrifft und das daraus wachsende Bedürfnis nach mehr Mobilität wurden angesprochen. Die Podiumsmitglieder waren sich einig, dass die Mobilität nur aufrechterhalten und erweitert werden kann, wenn man neue Wege findet. Dr. Jürg Sparmann stellte fest, dass die konventionellen Mobilitätsformen jetzt schon an ihre Grenzen stoßen und dies durch höhere Energiekosten immer dramatischer werden wird. Die Erhaltung der bisherigen Strukturen sei nur möglich, wenn man diese effizienter nutze so Sparmann. Dr. Peter Sturm sieht die Lösung in der Anwendung neuer, innovativer Mobilitätssysteme, die auch Privatpersonen stärker einzubinden versuchen. Zusammen mit den herkömmlichen Mitteln müsse ein Gesamtpaket geschnürt werden, um auch in Zukunft die Mobilität der Bevölkerung gewährleisten zu können. Anknüpfend an diese Meinung betonte Peter Krämer die zentrale Rolle, die die Mobilität für die Menschen spielt. Bei allen politischen und gesellschaftlichen Planungen müsse dieser Faktor berücksichtigt werden. Das neue Mobilitätskonzept, welches die OREG entwickelt hat, sei ein Weg in die richtige Richtung sagte Krämer. Landrat Dietrich Kübler dankte für die zahlreiche Beteiligung, die ein gutes Bild der Bedürfnisse vermittelt habe. Er sprach sich dafür aus, die Potentiale der Region zu nutzen und bestehende Konzepte zu optimieren.
(Quelle: Pressestelle des Odenwaldkreises)
Exkursion: "Was uns unsere Steine im Odenwald erzählen"
Geologische Höhepunkte im Odenwald
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Am 28. Mai veranstalte die Odenwald-Akademie eine geologische Exkursion zu 5 verschiedenen Aufschlusspunkten im Odenwaldkreis. Herr Professor Stein entführte die Teilnehmer in die Erdgeschichte. So erfuhren sie unter anderem, dass das älteste Gestein im gesamten Odenwald 405 Millionen Jahre alt ist.
Bionik Projekttage für Schulen

Die Odenwald-Akademie veranstaltete im April 2011 in Zusammenarbeit mit Bionik-Sigma, einer Ausgründung aus dem ehemaligen Biotechnik-Zentrum an der Technischen Universität Darmstadt, kostenfreie Projekttage für Schulen aus dem Odenwaldkreis. Der Projekttag „Energieeffizienz in der Natur“ richtete sich an AGs oder besonders interessierte Schülerinnen und Schüler aus den 7. und 8. Klassen einer Schule.
Für Lebewesen ist die effiziente Nutzung von Energie eine Frage des Überlebens. Während wir Menschen in wenigen Jahrzehnten Energiereserven aufbrauchen, die im Laufe von Jahrmillionen gebildet wurden, dürfen Lebewesen auf Dauer nicht mehr Energie verbrauchen, als sie mit ihrer Nahrung aufnehmen können. Sie haben daher viele Möglichkeiten gefunden, die Energie, die ihnen zur Verfügung steht, möglichst optimal zu nutzen. Energiesparende Fortbewegungsweisen, Gewichtseinsparung durch leichte und doch stabile Konstruktionen und besondere Methoden der Energieaufnahme sind Vorbild für eine zukunftsorientierte Technik.
Die Referenten von Bionik-Sigma stellten in Präsentationen und Experimenten einige der spannenden Energiespar-Lösungen nach dem Vorbild der Natur vor. Die Teilnahme an den Projekttagen war kostenfrei.



