Aktuelle Veranstaltungen




Quanten höchster Energie - Der Mensch unter Beschuss

Protonen und Neutronen können viele verschiedene Atomkerne (Nuklide) bilden, die in einer Nuklidkarte dargestellt werden. Wenn ein Atomkern dabei Energie gewinnen kann, kann er radioaktiv zerfallen. Der Zerfall wird charakterisiert durch eine Halbwertszeit, nach der die Hälfte der zu Beginn vorhandenen Atomkerne zerfallen ist.

Der Vortrag fasst die radioaktiven Zerfallsarten zusammen und erläutert die Herkunft von natürlicher Radioaktivität, die uns umgibt. Außerdem werden wir von Höhenstrahlung aus dem Weltraum bombardiert. Höhenstrahlung erzeugen Schauer aus zahlreichen Teilchen, die mit großen Detektoranordnungen untersucht werden.

Ionisierende Strahlung (so genannt, weil die Strahlung Atome unseres Gewebes ionisiert) kann gefährlich sein. Bei hohen Strahlendosen tritt die „Strahlenkrankheit“ auf. Bei niedrigerer Strahlenbelastung kann die Wahrscheinlichkeit steigen, an Krebs zu erkranken. Die Intensität der natürlichen Strahlung kann stark vom Wohnort abhängen. Hinzu kommt Strahlung vor allem aus der Röntgendiagnostik. Die Risikobewertung von Strahlung ist schwierig.

Der Vortrag wurde im Rahmen der erfolgreichen Vorlesungsreihe „Saturday Morning Physics“ der TU Darmstadt gehalten. In diesen Vorlesungen wird die moderne Physik mit Vorträgen, Experimenten und andere Beiträgen Oberstufenschülerinnen und –schüler sowie deren Lehrkräfte näher gebracht. Hochschullehrer des Fachbereichs präsentieren gut verständlich ihre aktuelle Forschung. Ziel ist es, einerseits die Schüler für ein Physikstudium und die TU Darmstadt zu begeistern, andererseits aber auch ganz allgemein das Interesse an den Naturwissenschaften zu stärken.

Der Vortrag wird in Kooperation mit dem Gymnasium in Michelstadt, im Rahmen der naturwissenschaftlichen Vortragsreihe „Horizonte“, angeboten und findet im Gymnasium Michelstadt, Erbacher Str. 23, in Michelstadt statt. Interessierte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sind zu dem Vortragsabend ebenso eingeladen, wie auch die interessierte Bevölkerung.

Wer diesen Vortrag besuchen möchte, wird um Anmeldung gebeten: Raquel Jarillo, Telefon 06062 70-385, E-Mail: odenwald-akademie@odenwaldkreis.de.




Die erste Wissenschaftsschlacht im Unterholz
Eine Symbiose von Wissenschaft und Kultur

Am 22. April lädt um 20 Uhr die Odenwald-Akademie in Zusammenarbeit mit Peripherique zum ersten Science Slam im Odenwald ins Unterholz nach Michelstadt ein. Der Wissenschaftswettstreit bietet unterhaltsame, spannende und verständliche wissenschaftliche Kurzvorträge, die von Wissenschaftlern selbst vorgetragen werden. Sie haben eine festgelegte Zeit zur Verfügung, das Publikum von ihrer Forschung zu überzeugen. Im Gegensatz zum Poetry Slam sind beim Science Slam alle Hilfsmittel erlaubt, um die Jury, das Publikum, für sich zu gewinnen. An diesem Abend wird der Erfinder des Science Slam das Wissenschaftsturnier moderieren, Dr. Alex Dreppec aus Darmstadt. Heute findet der Science Slam überall auf der Welt statt. Einlass ist ab 19:30 Uhr im Unterholz und Eintrittskarten sind für 7 € bzw. ermäßigt für 5 € für Schüler, Studenten, Mitglieder der Odenwald-Akademie sowie Ehrenamtskarteninhaber zu erwerben unter https://www.shop-of-the-forest.de/science-slam?c=26




Digitalisierung der Wirtschaft: Welche Chancen eröffnet der Megatrend Ihrem Unternehmen?

Die Digitalisierung verändert alles, bewegt bereits entscheidend den Mittelstand und generiert fortlaufend neue Geschäftsmodelle und neue Absatzmärkte. Das führt dazu, dass sich die Unternehmen derzeit zwischen Innovation und Kostendruck befinden. Ich lade Sie ein, am 10. Mai um 17:00 Uhr dieses Thema mit Fachleuten zu beleuchten und freue mich, dass diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Odenwald-Akademie, der Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG) und der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO) entstanden ist.

Erfahren Sie, was sich genau dahinter verbirgt, welche Chancen und Risiken sich für Unternehmen ergeben und welche Schritte erforderlich sind, um weiterhin ein zukunftsorientiertes Unternehmen zu bleiben.

Ich würde mich freuen, Sie auf dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen und anschließend mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Um Anmeldung bis zum 6. Mai wird gebeten unter 06062 70-385 oder per E-Mail: odenwald-akademie@odenwaldkreis.de

Frank Matiaske Landrat des Odenwaldkreises




Verständnis für LED-Technik als 'Alltagstechnologie'

Lehrerfortbildung zu neu entwickeltem Unterrichtsmaterial

Am Montag, 30. November 2015, fand in der Theodor-Litt-Schule in Michelstadt eine Lehrerfortbildung zum Thema LED-Technik statt. Zu dem Workshop unter dem Motto 'LED-Beleuchtung im Unterricht: Grundlagen und Wahrnehmung' hatte die Odenwald-Akademie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES GmbH, Karlsruhe) und dem Klimaschutzmanagement des Odenwaldkreises eingeladen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF). Als Referentinnen gestalteten Edith Holländer und Karin Schakib-Ekbatan (beide IREES GmbH) den Nachmittag.

Ziel der Veranstaltung war es, das Verständnis für die LED-Technik als 'Alltagstechnologie' über die Information der Lehrerinnen und Lehrer bereits bei Schülern zu verankern. Die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten neu entwickeltes Lehrmaterial zur LED-Beleuchtung kennen, welches die IREES GmbH mit dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V. (Berlin) sowie der TU Darmstadt erstellt hatte. Hierbei lernen die Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn nicht nur die technischen Hintergründe kennen, sondern erfahren auch vieles über die Wirkung von Licht und Farbe auf den menschlichen Körper. Die Materialien erleichtern und fördern die Einbindung des Themas in den Unterricht oder in Energie-Projekttage. Sie vermitteln Grundlagen, Auswirkungen des Lichts auf den Menschen, Wahrnehmung und die Umrüstung auf LED-Technik an Schulen. Wer als Lehrerin oder Lehrer Interesse an dem neuen spannenden Unterrichtsmaterial mit Arbeitsblättern zum Thema 'LED-Beleuchtung –Funktionsweise, Wirkung, Wahrnehmung' hat, kann es bei Frank Slawik, Klimaschutzmanager des Odenwaldkreises, unter Telefon 06062 70-1707 oder per E-Mail an f.slawik@odenwaldkreis.de anfordern.

Edith Holländer vom Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien erläuterte bei der Lehrerfortbildung unter dem Motto "LED-Beleuchtung im Unterricht: Grundlagen und Wahrnehmung" den Aufbau einer LED. Ziel der Veranstaltung war es, Lehrerinnen und Lehrern neu entwickeltes Lehrmaterial vorzustellen, mit dem das Thema in den Unterricht integriert werden kann.




Im Odenwald-Dialog kritische Fragen nach dem richtigen Energiemix der Zukunft
Rund 120 interessierte Gäste bei Podiumsdiskussion der Odenwald-Akademie – Plädoyer für regionale und dezentrale Anlagen

Das Hüttenwerk in Michelstadt steht für gute Unterhaltung. Diesem Ruf ist es bisweilen auch am Freitag, dem 13. November 2015, während der Diskussion um den Energiemix der Zukunft gerecht geworden. Zum Odenwald-Dialog über dieses Thema eingeladen hatte die Odenwald-Akademie. Landrat Frank Matiaske begrüßte dazu rund 120 interessierte Gäste. Auf dem Podium nahmen Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft Platz. Moderator Professor Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der European Space Agency (ESA / Paris), und Professor Dr.-Ing. Rolf Katzenbach, ehemaliger Direktor des TU-Darmstadt-Energy-Centers, führten in die komplexe Thematik der Energiegewinnung und des Energieverbrauches ein.

Um die Dimensionen von Energie zu verdeutlichen, stellte Wörner dem Publikum die Frage nach den Energiekosten für den Transport eines Fasses Erbacher Bier von Michelstadt aus auf den Mount Everest. Die Antworten reichten von „ein Kasten Beerfellemer“ bis zu 500 Euro. Tatsächlich würde ein solcher Transport über 8.000 Höhenmeter beim jetzigen Strompreis aber gerade einmal sechs Cent kosten.

Auch wenn man beim Thema Erneuerbare Energien immer wieder an Windräder denke, gehe es in dieser Diskussion nicht um die richtige Form der Energiegewinnung, sondern darum, den richtigen Mix aus unterschiedlichen Energiequellen für die Zukunft zu finden. In seinem Impulsvortrag verwies Prof. Dr. Katzenbach auf die große Emotionalität der Diskussion – abseits fundierter und belegbarer Betrachtung.

Der Wissenschaftler vermittelte ein Bild über den gegenwärtigen Energiebedarf und dessen Verteilung. Mit beinahe einem Drittel sind in Deutschland die Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen beteiligt . Diese Kategorie stellt somit die größte Konsumentengruppe dar, wobei sie lediglich ein Prozent der Energie für die Beleuchtung verbraucht, hingegen aber 77 Prozent der Energie für Wärmeerzeugung aufwenden. Der größte Anteil am Energieverbrauch geht zu Lasten des Energieverlustes bei dessen Wandlung. Die Minimierung dieses Verlustes und die Entwicklung geeigneter Speicher stelle eine enorme Herausforderung der Zukunft an die Forschung dar. Es habe also einen leicht zu vernachlässigenden Effekt, so der Referent, zuhause auch noch die letzte Glühbirne durch eine Energiesparlampe zu ersetzen. Großen, wenn nicht gar den größten Effekt sieht er hingegen in der Nutzung der Geothermie. Anschließend erörterten mit Rolf Katzenbach der Sprecher der Pirelli Deutschland GmbH Michael Schwöbel für die Industrie und der Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Zimmermann über das auch im Odenwald leidenschaftlich diskutierte Thema. Der Groß-Umstädter Politiker war nach deren kurzfristiger Absage eingesprungen für die ursprünglich vorgesehene Podiumsteilnehmerin Dr. Nina Scheer.

Angesichts der wachsenden Zahl von Windrädern auf den Höhenzügen der Region fragen sich viele Bürgerinnen und Bürger, inwieweit die Energiewende unsere Umwelt direkt belasten wird. Nach dem Stellenwert der Energieerzeugung in seinem Unternehmen gefragt, machte Schwöbel klar, dass es in seinem Haus in erster Linie darum geht, die Energiekosten zum Beispiel durch das auf dem Pirelli-Gelände errichtete Blockheizkraftwerk zu senken. 70 Prozent der hier gewonnenen Energie fallen auf die Prozesswärme, jene Wärme, die für die Produktion von Reifen notwendig ist. Schwöbel verdeutlichte, dass die sichere Deckung des Energiebedarfs und die Energiekosten einen entscheidenden Faktor im Wettbewerb zu anderen Standorten darstellen. Pirelli arbeite daran, neben Energiesparmaßnahmen besonders eine effizientere Nutzung der Energie in den Vordergrund zu stellen.

Jens Zimmermann merkte an, Ziele, die vor 50 Jahren noch undenkbar schienen, seien heute bereits bei Weitem übertroffen. Galt damals der maximal erreichbare Anteil der erneuerbaren Energien von etwa fünf Prozent, so wird heute mehr als ein Drittel der Energie aus Wind, Sonne oder Geothermie gewonnen. Der Abgeordnete sprach sich für eine bessere Steuerung der Maßnahmen im Sinne eines intelligenten Energiemixes aus. Moderne Energieerzeugung durch Atomkraft oder Fracking könnten durchaus eine Alternative darstellen, meinte Professor Katzenbach. Das Verfahren des Frackings sei – beinahe unbemerkt – in Deutschland seit 50 Jahren gang und gäbe. Mit einem Augenzwinkern schätzte er das Risiko nicht höher ein, als würde sich ein Spaziergänger in einem Wasserschutzgebiet Erleichterung verschaffen. Auch müsse wahrhaftig niemand angesichts des geringen Anteils am Gesamtenergieverbrauch von einem Prozent auf die gute alte Glühbirne verzichten oder gar auf seine noch so exorbitante Weihnachtbeleuchtung. Hier habe eine geschickt argumentierende Lobby ganze Arbeit verrichtet. Wie Moderator Wörner sieht auch der frühere Chef des TU-Energy-Centers große Chancen in der Nutzbarmachung des größten und leicht verfügbaren Wärmespeichers, nämlich dem Baugrund. Während Wind und Sonne nicht ständig verfügbar seien, stehe die im Boden speicherbare Wärme bei geschicktem Einsatz unbegrenzt zur Verfügung.

Nicht unwidersprochen blieb Katzenbachs Darstellung der Begrenzung der Erderwärmung um zwei Grad. Deutsche Bemühungen darum beschrieb er mit dem Satz „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Beinahe zynisch erschien es wohl einigen Zuhörern, die Probleme der Seychellen mit denen der Niederlande zu vergleichen und der untergehenden Inselgruppe anstelle hoch gesteckter Ziele lieber „Deiche zu schenken“. Dies schien auch Wörner zu kurz gefasst und Zimmermann gab zu bedenken, dass es gerade hochgesteckte Ziele seien, die auch globale Wirkung zeigen und die Entwicklung neuer Technologien fördern. Trotz aller Technik-Kritik waren sich alle drei Podiumsgäste einig: Eine generelle Technik-Feindlichkeit gebe es in Deutschland nicht.

Aus dem Publikum kamen immer wieder Vorschläge, Energie zu sparen, was einer besseren Nutzung gleichkäme. Es wurden aber auch beeindruckende Beispiele geschildert, mit welch einfachen und darüber hinaus preiswerten Mitteln Energie zur Wärmegewinnung nachhaltig erzeugt werden kann.

Kritik wurde laut an der intransparenten Handhabung von Genehmigungsverfahren durch Behörden und nicht nachvollziehbare Auflagen geäußert, zum Beispiel dem Einhalten von Grenzabständen zum Nachbargrundstück für die Nutzung von Geothermieanlagen.

Angesprochen fühlte sich Zimmermann bei dem im Publikum geäußerten Verdacht auf den fehlenden Sachverstand der Politik angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse. Er verwies zum Einen darauf, dass vielen fachliche Fragen Experten jedweder Couleur auf den Plan rufen, die sich dann durchaus nicht immer einig sind. Er vertrat die zudem die Auffassung, dass zur Akzeptanz beim Wähler für den Politiker auch ein gewisses Maß an „Mainstreamverhalten“ notwendig sei.

Aus dem Fazit zum spannenden Abend ließ sich das Plädoyer ablesen, dass die Zukunft wohl den regionalen und dezentralen Energiegewinnungsanlagen gehört um Deutschland unabhängig von ausländischen Energielieferanten zu machen. Auch global sind in einer Zeit schwindender Ressourcen solche Lösungen eher zu realisieren als immer größere Kraftwerke mit ihren enormen Emissionen. Die Zukunft wird neue Energiequellen erschließen. Jede einzelne zu bewerten und den regionalen Gegebenheiten anzupassen – dies solle zwangsläufig zu einem gesunden Mix und den so genannten Smart Grids führen, die uns flexibles Reagieren auf eine sich immer wieder verändernde Gesellschaft ermöglichen. (mcd / wb)

OA-Podium_Dialog_13.11.2015.jpg FOTO: Im Hüttenwerk in Michelstadt diskutierten am 13. November 2015 Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft auf Einladung der Odenwald-Akademie über den Energiemix der Zukunft. Grundlegende Informationen zur Verteilung des gegenwärtigen Energiebedarfs lieferte Professor Dr.-Ing. Rolf Katzenbach in seinem Einführungsvortrag.




Chemie-Experimentiertage für Grundschulen und Mittelstufen

Experimentiertage

Die Odenwald-Akademie führt die seit fünf Jahren gepflegte Zusammenarbeit mit dem Merck-TU-Darmstadt-Juniorlabor weiter und bietet im neuen Schuljahr für den 5., 6. und 8. Oktober 2015 Chemie-Experimentiertage für Mittelstufenklassen und vom 10. bis zum 12. sowie vom 17. bis zum 19. November für Grundschulen an. Die Schülerinnen und Schüler werden einen Vormittag lang in kleinen Gruppen eigenständig experimentieren und vor Ort durch die Fachbereichsbeauftragte für Schulkontakte und Chemiker der Technischen Universität Darmstadt Dr. Anna-Katharina Schmidt fachlich angeleitet.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Mittelstufen werden das Thema „Oberflächen und Aluminium“ bearbeiten. Dazu gehört das Verändern von Oberflächen zur Verschönerung oder auch zur Funktionalisierung. Besprochen werden einfache Redox-Gleichungen. Am Beispiel des Eloxal-Verfahrens wird die anodische Oxidation des Aluminiums – als zentraler Versuch – besprochen. Das Abscheiden von Silber aus einer Silbernitratlösung wird experimentell vorgenommen und theoretisch behandelt.

Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen lernen erstmals Gegenstände aus dem chemischen Labor und ihre Einsatzgebiete kennen. Am Beispiel des Rostens und des Entfernens von Rost wird gezeigt, wie man eine chemische Gleichung aufstellen kann. Die meiste Zeit wird allerdings in das selbstständige Aufbauen einer Apparatur investiert. Dabei werden die „Nachwuchs-Chemiker“ mittels Aceton den Farbstoff aus Möhren extrahieren.

Ziel ist es, einerseits den Forscherdrang zu fördern und ein Wissenschaftsverständnis zu vermitteln, damit die naturwissenschaftlichen Schulfächer keine Angstfächer bleiben oder besser erst gar nicht dazu werden. Interessierte Schulklassen können sich bei der Geschäftsführung der Odenwald-Akademie Raquel Jarillo, Telefon 06062 70-385, E-Mail: odenwald-akademie@odenwaldkreis.de anmelden.



Rathausvortrag "Herkulesaufgabe Energiewende"

Für Donnerstag, den 15.Oktober 2015, lädt die Odenwald-Akademie zum nächsten Vortrag im Historischen Rathaus in Michelstadt ein. Professor Jutta Hanson Leiterin des Fachgebietes Elektrische Energieversorgung unter Einsatz Erneuerbarer Energien an der TU Darmstadt spricht ab 19:30 Uhr über das Thema „Herkulesaufgabe Energiewende“.

Politische Forderungen auf Grund der Verknappung fossiler Brennstoffe und der Beschluss, die Kernkraftwerke bis zum Jahre 2022 vom Netz zu nehmen, führen zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien und bedeuten für die elektrische Energieversorgung einen drastischen Wandel der Erzeugung, Übertragung und Verteilung der elektrischen Leistung. Das altbewährte Prinzip der Energieversorgung aus verbrauchernahen, zentralen Kraftwerken weicht zunehmend der Einspeisung volatiler Erzeugung aus regenerativen Energien, welche sowohl zentral in die Übertragungsnetzebene, als auch dezentral in die Verteilnetzebene einspeisen.

Der Aufbau von neuartigen und nachhaltigen elektrischen Energieversorgungsnetzen und auch die Realisierung einer geänderten Erzeugungsstruktur für die zukünftige Energieversorgung zur Gewährleistung eines sicheren, zuverlässigen Betriebes erfordert das Beantworten vielfältiger Fragen zur Auslegung und zu Betriebsführungskonzepten.

Der Vortrag zeigt die Herausforderungen für die elektrischen Energieversorgungsnetze auf, und beschreibt die zum Teil vieldiskutierten Lösungsansätze von der Gleichstromübertragung (HGÜ) bis zum "Smart Grid".

Der Vortrag ist bei der Hessischen Lehrkräfteakademie nach § 65 des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes mit einer Fortbildungsdauer von 0,5 Tagen akkreditiert.

Um Anmeldung wird gebeten



28.-30.10.2015 „Wie funktionieren die Tricks der Natur?“
Das 3-Tage Bionik-Ferienprogramm oder: warum die Eidechse die Wand hochlaufen kann

Leitung: Kirsten Kunschke, Bionikerin
Dauer: 6 Std (8 Uhr bis 14 Uhr)
Ort: Stadtschule Michelstadt
max. 16 Kinder (3. bis 5. Klasse)
Kosten: 10 €
Mitzubringen sind: Frühstück und Getränke

Mit ihrer besonderen Hautoberfläche gleiten Haie pfeilschnell durchs Wasser, dank kleiner Härchen an den Füßen rennen Geckos Wände hoch – solche faszinierenden Tricks der Natur nehmen die Teilnehmer des Bionik-Ferienprogramms genau unter die Lupe. Denn in der Bionik, der Kombination aus Biologie und Technik, dienen die Eigenschaften von Lebewesen als Vorbilder für technische Erfindungen. In Spielen und Experimenten erkunden die Kinder beispielsweise, wie Tiere Energie sparen und wie sich Blütenblätter oder Käferflügel platzsparend falten. Ausgehend vom Verständnis dieser Phänomene bauen sie Modelle und eigene Erfindungen nach dem Vorbild der Natur.

Unterstützt von der Gert und Edina Silber-Bonz-Stiftung, der Stadt Michelstadt und der Odenwald-Akademie

Anmeldung bei:
Dieter Heusel, Jugendkoordinator
Magistrat der Stadt Michelstadt
Frankfurter Straße 3
64720 Michelstadt
Tel.: 06061/74-166
E-Mail: heusel@michelstadt.de



Roboter-Arbeit bringt Simon Manschitz den Preis der Odenwald-Akademie

Zweite Vergabe der Auszeichnung für Studierende an der TU Darmstadt geht an jungen Wissenschaftler aus Hainstadt

Prof. Lambert Alff Studierende an der Technischen Universität (TU) Darmstadt verliehen. Die Preis-übergabe ging dem aktuellen Odenwald-Dialog voraus, der sich der Frage nach Nutzen und Gefahren von „Big Data“ widmete: „Totale überwachung oder lohnender Fortschritt?“. Darüber hinaus bot das zehnjährige Bestehen der Dialog-Reihe Anlaß zur Rückschau im Allgemeinen und einer Würdigung des Moderators dieser Abendveranstaltungen im Besonderen. Profeßor Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, derzeit noch Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (Köln) und ab 1. Juli dieses Jahres Generaldirektor der European Space Agency (ESA / Paris), leitete bisher alle 18 Talkrunden. Mehr als 80 Experten aus Wißenschaft, Medien, Wirtschaft und Politik nahmen dazu auf dem Podium Platz und standen dem intereßierten Publikum Rede und Antwort. Am „Feier-Abend“ zum Dialog-Jubiläum hieß der Kreistagsvorsitzende des Odenwaldkreises Rüdiger Holschuh (MdL) im Haus der Energie gut 100 Gäste willkommen, unter ihnen der Bürgermeister der Kreißtadt Harald Buschmann und der Vorstandsvorsitzende der Sparkaße Odenwaldkreis Karlheinz Ihrig, deßen Institut zu den Unterstützern von Akademie und Förderverein zählt. Holschuh übermittelte auch Grüße von Landrat Dietrich Kübler und des Ersten Kreisbeigeordneten Oliver Grobeis. Im Turnus von zwei Jahren vergibt der Förderverein der Akademie den 2012 erstmals ausgelobten Preis. Sieben Arbeiten aus den Fachbereichen Physik, Bau- und Umweltingenieurwißenschaften, Architektur, Material- und Geowißenschaften sowie Biologie und Informatik der TU waren nominiert worden. Die Wahl fiel auf die in englischer Sprache verfaßte Masterarbeit von Simon Manschitz aus Breuberg-Hainstadt unter dem Titel „Learning Sequential Skills for Robot Manipulation Tasks“. Profeßor Dr. Ralph Bruder, Vizepräsident der TU Darmstadt und dort in Verantwortung unter anderem für Studium, Lehre und den wißenschaftlichen Nachwuchs, zeigte sich zweifelsfrei überzeugt von der Entscheidung:„Die Jury hat alles richtig gemacht“. In der Lobrede für den Preisträger sprach Bruder vom „faszinierenden Inhalt“ des Manschitz-Werks, das sich – vereinfacht gesagt - mit lernenden Robotern beschäftigt, denen von Menschenhand autonomes Arbeiten beigebracht wird. Beobachten laße sich, so der Laudator, daß mitunter schon der Roboter-Arbeit mehr Vertrauen entgegengebracht werde als menschlichem Handeln. Simon Manschitz habe nicht nur die wißenschaftlichen Kriterien für den Preis-Gewinn erfüllt, sondern auch die Voraußetzung des Bezugs zum Odenwald. Der 1988 in Erbach geborene Sieger lebt im Breuberger Stadtteil Hainstadt, ist in seiner Heimat sportlich aktiv und hatte 2011 bis 2013 eine Lehrtätigkeit in der Roboter-AG an der Carl-Weyprecht-Schule in Bad König übernommen. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Akademie-Fördervereins Horst Schnur übergab Ralph Bruder die Preis-Urkunde und den Briefumschlag mit der Prämie. Der junge Wißenschaftler dankte für die Auszeichnung und skizzierte kurz seine mit der Note 1,0 bewertete Arbeit.




Big Data – einerseits Schlüßeltechnologie, andererseits Gefahr für die Privatsphäre


Odenwald-Dialog: Zehn Jahre alt, aber thematisch immer aktuell – Umgang mit Daten auch eine Frage der Eigenverantwortung (Bericht von Manfred Giebenhain und Wolfgang Bastian)

Prof. Lambert Alff Big Data, zu Deutsch „große Datenmengen", ist zum Inbegriff der Angst vor einer unkontrollierten Sammlung, Auswertung und Weitergabe von Daten geworden, deren Volumen und Aktualität die Möglichkeiten lokal installierter Rechner übersteigt. Der Datenaustausch oder Datenablage über das Internet (Cloud Computing) ermöglichen aber auch präzisere Berechnungen wie sie in der Logistik großer Häfen eingesetzt werden, um Frachtschiffe energiesparend abfertigen zu können. Der Frage, ob es sich bei Big Data um die totale überwachung oder um einen lohnenden Fortschritt handelt, beschäftigte am 27. Mai 2015 ein Expertengremium beim Odenwald-Dialog, der zugleich auf zehn Jahre seines Bestehens zurückblickte. Zu der von der Odenwald-Akademie mit Unterstützung des Europe-Direct-Informationszentrums organisierten Veranstaltung begrüßte Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh (MdL) mehr als 100 Besucherinnen und Besucher im Festsaal des Volksbank-Atriums im Haus der Energie in Erbach.

Das gesamte Jahrzehnt der Odenwald-Dialoge rund um Fragen zu und Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen begleitete der ehemalige Präsident der Technischen Universität Darmstadt und heutige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Profeßor Dr.-Ing. Wörner. Als "Moderator und stetiger Motor", so Holschuh, stand der Wißenschaftler von internationalem Rang auch diesmal zur Verfügung. Seine berufliche Laufbahn führt ihn in wenigen Wochen nach Paris: Wörner ist als Generaldirektor an die Spitze der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) berufen worden.

Prof. Lambert Alff Dem „Freund des Odenwalds", wie ihn der frühere Landrat des Odenwaldkreises Horst Schnur, Initiator und Ideengeber der 1988 gegründeten Odenwald-Akademie, nicht ohne Stolz würdigte, dankten die Veranstalter mit einem mit regionalen Spezialitäten gefüllten Präsentkorb. Wörner versicherte, die Moderation der Odenwald-Dialoge bereite ihm nach wie vor Freude – nicht selten werde er in Darmstadt oder auch andernorts „schon als Odenwälder gesehen“.

Ehe die hochkarätige Expertenrunde die Podiumsplätze einnahm brillierte der junge Musiker David Marquard zunächst als Solist mit einem Stück von Niccolo Paganini, sodann am E-Piano begleitet von seinem Vater Thorsten Klingelhöfer-Marquard mit dem dritten Satz aus Henryk Wieniawskis Violinkonzert Nr. 2. David Marquard, Jahrgang 1998, ist mehrfacher Jugend-musiziert-Preisträger auf Landes- wie auf Bundesebene und mittlerweile Mitglied des Bundesjugendorchesters. Auch er durfte sich angesprochen fühlen, als Johann-Dietrich Wörner bei der überleitung zur Diskußion unterstrich, die Region Odenwald müße mit ihren besonderen Leistungen „verstärkt nach außen auftreten“.

Steht Big Data für die Möglichkeiten von Markt und Technik, uneingeschränkt Daten zu sammeln, um damit Geschäfte zu machen? In einem Punkt waren sich die Diskutanten rasch einig: Aufzuhalten ist der global agierende Datenmarkt bestimmt nicht mehr. Guido Falkenberg, Manager bei der Darmstädter Software AG, sprach von einer Schlüßeltechnologie und führte neben der Hafenlogistik Beispiele wie den präzisen Einsatz von Düngemitteln nach kurz vorher vorgenommenen Bodenproben dafür an, wie Big Data sich nützlich macht.

Doch die Skepsis überwiegt, wie Dr. Martin Steinebach vom Fraunhofer-Institut in Darmstadt in seinem Impulsvortrag zusammenfaßte. In einer Umfrage war die Zahl der Teilnehmer, die Big Data als eine Bedrohung insbesondere für die Privatsphäre bewerteten, doppelt so groß wie die der Personen, die darin eine Chance für den Fortschritt sahen. Als Nutzen bringend führte der Referent die vorbeugende Verbrechensbekämpfung oder verbeßerte Möglichkeiten im Gesundheitßchutz ins Feld. Weil die Sammelleidenschaft auf Terrabyte-Niveau aber vor nichts und niemandem Halt mache und unkontrolliert agiere mit bunt gemischten unstrukturierten Daten vom Kurznachrichtendienst bis zum ins Internet gestellten Privatvideo, wurde in der Diskußion mit dem Publikum der Ruf nach ethisch-moralischen Regeln und internationalen Rechtßtandards laut. Bei der anstehenden Verhandlung für ein neues Europäisches Datenschutzrecht könne Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen – so lautete die Einschätzung von Elisabeth Kotthaus. Die international erfahrene Juristin und Beamtin der Europäischen Kommißion ist in Berlin für die Bereiche Justiz, Inneres, Digitale Agenda und Institutionelle Fragen zuständig. Verläßlicher Umgang mit sensiblen Daten könne sich letztlich als Wettbewerbsvorteil für denjenigen erweisen, der sich pflichtbewußt und glaubwürdig daran hält. Der heßische Datenschutzbeauftragte Profeßor Dr. Michael Ronellenfitsch ging noch einen Schritt weiter und forderte zu mehr Eigenverantwortung beim Preisgeben persönlicher Daten auf. „Die Mehrheit der Bevölkerung will die überwachung, wenn sie ihr nützt", warnte er vor anscheinend kostenlosen Diensten im Internet. Bezahlt werde mit Daten: Mit den Worten „Nichts ist kostenlos" lenkte Wörner den Blick auf die Frage, wie Datenklau und -mißbrauch transparenter dargestellt werden kann und somit leichter zu verfolgen wäre. Auch Steinebach plädierte an Firmen wie Privatleuten, mehr in ihre „Sicherheitsarchitektur“ zu investieren; denn: für die Global Player im Internet seien das ungehemmte Datensammeln und die Absicht, Gewinn daraus zu ziehen, längst zum Geschäftsmodell geworden. Ronellenfitsch empfahl einen Blick auf die Internetseite seines Hauses, das von Rechtsfragen, praktischen Tipps bis Schulungen eine breite Palette zum Thema zu bieten habe: Datenschutz Hessen


Einladung 10 Jahre Odenwald-Dialog

Statement zum Thema von Dr. Martin Steinebach, Head of Media Security and IT Forensics des Fraunhofer SIT, Darmstadt

Dr. Martin Steinebach "Big Data ist eine Technologie, die viele neue Chancen mit sich bringt, weil sie ein neues Verständnis für Daten bezüglich ihren Bedeutung und Zusammenhänge erzeugt. Ihre Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und durchziehen die ganze Gesellschaft. Gleichzeitig birgt sie aber auch Risiken, insbesondere im Datenschutz: Big Data Lösungen können herkömmliche Schutzmechanismen und auch die Gesetze dazu als nicht ausreichend erscheinen lassen. Nach Auswertung unseres Bürgerdialogs zum Thema herrscht eine großes initiales Misstrauen gegenüber Big Data Lösungen, welches sich aber durch Transparenz deutlich abbauen lässt. Dann werden auch die Chancen für den Bürger besser wahrgenommen."




Rathausvortrag: Design neuer Funktionsmaterialien: Magnetische und supraleitende Werkstoffe

Prof. Lambert AlffBei allen Zukunftstechnologien ist stets die Entwicklung von neuen Materialien, die immer komplexer werden, unerlässlich. Dabei ist die Materialwissenschaft gefragt, die Professor Alff am 26. Februar mit dem Rathausvortrag „Design neuer Funktionsmaterialien: Magnetische und supraleitende Werkstoffe“ den Teilnehmenden näher brachte.

Das Verfahren, wie es in der Halbleitertechnik verwendet wird, wurde nun weltweit einzigartig an der TU Darmstadt mit viel komplexeren Materialien und mit mehr Komponenten weiterentwickelt. Die Molekularstrahlepitaxieanlage für komplexe Materialien (Adombe) wird eingesetzt, um neue nachhaltige Werkstoffe zu finden, die die Ressourcen der Erde schonen, z. B. nach neuen Supraleitern. Das Supraleiterkabel, welches weltweit erstmalig in Essen ins innerstädtische Stromnetz integriert wurde, transportiert verlustfrei Strom, muss allerdings mit Stickstoff stets unterhalb einer bestimmten Temperatur gebracht werden. Professor Alff zeichnete für den Odenwaldkreis eine Zukunftsperspektive auf, der erste Kreis sein zu können, der vielleicht diese Technologie mit einer EU-Förderung einsetzen könnte. Dabei vermittelte er gleichzeitig, dass das Vertrauen in Supraleiter noch fehlt und die großen Kupferkabel weiterhin bevorzugt werden, obwohl die Vorteile bei den Supraleitern überwiegen. Eine technische Revolution wäre die Entdeckung eines Raumtemperatur-Supraleiters.

Ein Vorteil von Supraleitern ist, dass sie perfekte Permanentmagnete sind. Zurzeit werden Permanentmagnete in Generatoren, Motoren und zum Beispiel Windrädern eingesetzt. Dafür werden allerdings Magnetstoffe verwendet, die die Seltenen Erden beinhalten. Sie zählen mittlerweile zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt und werden hauptsächlich in China abgebaut. Diese Abhängigkeit könnte in eine Krise führen, die weitaus folgenreicher und dramatischer wäre als die Ölkrise in den 70er Jahren. Ein Ziel der Forschung von Professor Alff ist es, diese bestehenden Magnete mit kostengünstigeren Permanentmagneten zu ersetzen und ein nachhaltiges magnetisches Material aus Luft und Eisen zu entwickeln. Nicht nur weil Permanentmagnete essentiell für die Energiewende sind, wäre dies ein wesentlicher Meilenstein in der Wissenschaft.

 

Von hüpfenden Silikonen und versilberten Flaschen

Der Leistungskurs Chemie des Gymnasiums Michelstadt experimentiert auf Einladung der Odenwald-Akademie am MERCK-Juniorlabor der TU Darmstadt

Leistungskurs Chemie des Gymnasiums Michelstadt experimentiert im Merck-Juniorlabor der TU Darmstadt

Foto und Bericht von Richard Knapp

Selbstständiges Experimentieren gehört zum wöchentlichen Programm eines Chemie-Leistungskurses. Oft sind dem aber in der Schule aus räumlichen Gründen oder aus Gründen der Geräteausstattung Grenzen gesetzt. Daher nahm der Kurs unter der Leitung von StD Richard Knapp die Gelegenheit gerne wahr, auf Einladung der Odenwald Akademie etwas Universitätsluft zu schnuppern und einen vollen Tag am Juniorlabor zu experimentieren, das an der TU Darmstadt von der Hochschule und der Firma MERCK gemeinsam betrieben wird.

Das vereinbarte Thema "Silikonchemie" passte genau zum laufenden Unterricht und zur Vorbereitung auf das Abitur. Nach einer einstündigungen theoretischen Einführung in das Thema ging es dann "zur Sache": Routiniert bauten die Schülerinnen und Schüler die Apparaturen nach Anleitung zusammen und stellten - jede Gruppe in ihrer Lieblingsfarbe - über mehrere Schritte aus einem elastischen Silikon eine Art verformbaren Hüpfball her, der natürlich auch zu allerlei Spielereien animierte

Dass Chemie wirklich Spaß macht, erfuhren dann alle auch beim zweiten Experiment, dem Versilbern von Colaflaschen. Natürlich hat auch dieser Spaß einen umfangreichen theoretischen Hintergrund, der ebenfalls nicht zu kurz kam.

"Wir konnten alles gut verstehen, es hat gepasst und richtig Spaß gemacht," war dann auch eines der Resümees von Schülerseite. Es war alles in allem ein Tag, an dem die Schülerinnen und Schüler im wahrsten Sinne des Wortes viel mitnehmen konnten: Neue Erkenntnisse, Wiederholung für das Abitur, experimentelle Erfahrung - und einen Hüpfball sowie eine versilberte Colaflasche !

Ein herzlicher Dank geht an das Team des Juniorlabors um Frau Dr. Andrea-Katharina Schmidt sowie an die Odenwald Akademie, deren Kooperation mit der MINT-EC-Schule Gymnasium Michelstadt bereits die nächsten Früchte trägt: Am Donnerstag, 25. Juni 2015 wird Prof.Dr. Roth vom Fachbereich Physik der TU Darmstadt einen Vortrag am Gymnasium über "Bausteine des Universums - auf der Suche nach dem Unteilbaren" halten.

Rathausvortrag "Geometrische Algebra - Eine neue Art, geometrisch intuitiv zu rechnen"

Dr. Dietmar HildenbrandFür Donnerstag, den 29. Januar 2015, lädt die Odenwald-Akademie zum nächsten Vortrag im Historischen Rathaus in Michelstadt ein. Dr. Dietmar Hildenbrand vom Fachbereich Mathematik der TU Darmstadt spricht ab 19:30 Uhr über das Thema „Geometrische Algebra –  Eine neue Art, geometrisch intuitiv zu rechnen“.

Dieser Vortrag möchte einen Bogen spannen vom einfachen Erlernen der Geometrischen Algebra zu leistungsfähigen Problem-Lösungen im Engineering. Die Grundlagen wurden schon vor 150 Jahren von dem deutschen Lehrer Hermann Grassmann gelegt. Aber erst in den letzten Jahren erkennt man das immense Potenzial der Geometrischen Algebra für viele Bereiche des Engineerings (wie Computergrafik, Computer Vision und Robotik) und für die Naturwissenschaften. Das Schöne an der Geometrischen Algebra ist, dass sie es erlaubt, sehr einfach aus der geometrischen Anschauung heraus zu rechnen. So kann beispiels­weise direkt mit geometrischen Objekten wie Kugeln, Ebenen und Kreisen sowie mit geometrischen Operationen wie Schnitten von verschiedenen Objekten oder Drehungen gerechnet werden. Dieses einfache Rechnen macht es schon Schülern leicht, mit dieser Mathematik umzugehen.

Als ausführlicheres Anwendungs-Beispiel wird die Lösung einer zent­ralen Aufgabe aus der Robotik präsentiert: Für einen einfachen Ro­boter wird dabei (interaktiv und visuell) berechnet, wie die Gelenke bewegt werden müssen, um mit dem Greifer an einem vorgegebenen Punkt anzukommen. Aus wirtschaftlicher Sicht kommt zum einfachen Rechnen noch ein weiterer Vorteil hinzu: Die in den letzten Jahren an der TU Darmstadt entwickelte „Geometric Algebra Computing“-Technologie macht es möglich, Geometrische Algebra sehr einfach in Standard-Programmiersprachen zu integrieren und von sehr perfor­manten und robusten Implementierungen zu profitieren Damit besteht jetzt die Chance für einen breiten Einsatz der Geometrischen Algebra in vielen Bereichen des Engineerings und der Technik.

Dieser Vortrag wurde nach § 65 Hessisches Lehrerbildungsgesetz (HLbG) vom Landesschulamt und Lehrkräfteakademie des Hessischen Kultusministeriums, mit 0,5 Tagen Fortbildungsdauer, akkreditiert. Teilnehmende Lehrkräfte erhalten eine entsprechende Teilnahmebescheinigung.Akkreditierungssiegel

Wer den Vortragsabend besuchen möchte wird gebeten, sich bei der Geschäftsführung der Odenwald-Akademie Raquel Jarillo (Tel.: 06062 70-385. E-Mail: odenwald-akademie@odenwaldkreis.de) anzumelden

 

Odenwald-Akademie: „Wissenschaft trifft Schule“ und viele weitere Angebote im neuen Jahr

Workshops, Labortage, Vorträge – Kooperation nun auch mit Botanischem Garten der TU Darmstadt – Beirat neu konstituiert

Vorstand und Beirat der Odenwald-Akademie beschäftigten sich in ihrer jüngsten Sitzung in Brombachtal-Kirchbrombach sowohl mit der Berichterstattung über die Unternehmungen des zu Ende gehenden Jahres als auch mit den Planungen für 2015. Die Veranstaltungsreihe „Wissenschaft trifft Schule“ wird im neuen Jahr mit vielen Workshops, Labortagen und Vorträgen fortgesetzt. Bereits im Januar wird es wieder einen Workshop für Grundschulen im Bereich Mathematik im MINT-Lernlabor der Technischen Universität (TU) Darmstadt unter dem Titel „Gestrandet auf der Schatzinsel“ geben.

Für Oberstufenschüler wird beim Merck-TU-Darmstadt-Juniorlabor wieder die Möglichkeit geboten, unter fachkundiger Anleitung polymere Kunststoffe herzustellen. Im Gymnasium Michelstadt wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Horizonte“ Professor Robert Roth vom TU-Fachbereich Physik zum Thema „Bausteine des Universums – auf der Suche nach dem Unteilbaren“ referieren. Eine neue Kooperation nimmt die Odenwald-Akademie im April auf, denn dann dürfen Grundschul-Klassen aus dem Odenwaldkreis das Lernlabor im Botanischen Garten der TU Darmstadt besuchen.

In der bewährten Reihe der so genannten Rathausvorträge spricht am Donnerstag, dem 29. Januar, ab 19.30 Uhr Dietmar Hildenbrand vom Fachbereich Mathematik der TU im historischen Rathaus von Michelstadt über „Geometrische Algebra – eine neue Art geometrisch intuitiv zu rechnen“. Am 26. Februar heißt das Vortragsthema „Design neuer Funktionsmaterialien: Magnetische und supraleitende Werkstoffe“. Referent ist Professor Lambert Alff. Genau vier Wochen später, am 26. März, wendet sich Professor Joachim Vogt mit einer „systemischen Betrachtung von Mensch-Maschine-Schnittstellen“ unter dem Titel „Mythos menschliches Versagen“ an das interessierte Publikum.

In zweiter Auflage ist die Ausschreibung des mit 2.500 Euro dotierten Preises zur Förderung von Forschung und Lehre für Studierende der Darmstädter TU erfolgt. Mit der Auszeichnung würdigt die Akademie seit 2013 gezielt junge Wissenschaftler aus dem Odenwaldkreis. 2015 kann die Odenwald-Akademie auf das zehnjährige Bestehen ihre viel beachteten Reihe der Odenwald-Dialoge zurückblicken, die sich regelmäßig aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen widmet.

Neu konstituiert hat sich der Akademie-Beirat. Den Vorsitz führt weiterhin der Landrat des Odenwaldkreises Dietrich Kübler. Zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden des Beirats ist die Vizepräsidentin der Technischen Universität Professor Dr.-Ing. Mira Mezini gewählt worden. Die Nachfolge des viele Jahre lang als Kooperationspartner wirkenden Dr Winfried Heinzel übernimmt Dr. Nicolas Repp vom TU-Referat Kooperationen. Außerdem gehören dem Beirat Professor Dr. Lambert Alff vom Fachbereich Materialwissenschaften der TU, der Direktor der Sparkasse Odenwaldkreis Karlheinz Ihrig, Dr. Gabriele Waldkircher als Schulleiterin des Gymnasiums Michelstadt, Frank Levita (Vorsitzender des Ideaspot-Gründungszentrums Odenwald und Geschäftsführer des Unternehmens design 3000) sowie Florian Voigt (Energiegenossenschaft Odenwald) an.

Für den Förderverein der Odenwald-Akademie hatte dessen Vorsitzender Horst Schnur in seinem Jahresbericht die Aufgabe hervorgehoben, finanzielle Mittel einzuwerben, mit denen die Arbeit der Institution gesichert wird. Mit dem stets im Auge behaltenen Ziel des Technologie- und Wissenstranfers in die Region behauptet sich der Zusammenschluss des Odenwaldkreises und der Technischen Universität Darmstadt als Kooperationsform, für die es deutschlandweit kaum ein zweites Beispiel gibt. Für die Akteure in Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung wie auch für die Schulen im Rahmen ihres Bildungsauftrages ist die nun schon mehr als 25 Jahre währende Zusammenarbeit von großem Nutzen, gibt sie doch erhebliche Impulse für die Region. Schnur dankte der Sparkasse Odenwaldkreis für die Bereitstellung erheblicher Finanzmittel zur Gewährleistung aller Akademie-Aufgaben, aber auch weiteren Sponsoren und Mitgliedern, mit deren Hilfe Einnahmen verbucht werden konnten.

Odenwälder Schulklassen im Merck-Juniorlabor  der TU Darmstadt

Eigenständige Experimente und selbstständige Versuchs-Aufbauten mit Dr. Klaus Wannowius

Die Odenwald-Akademie ermöglichte es dieser Tage insgesamt 105 Schülerinnen und Schülern aus dem Odenwaldkreis einen Vormittag lang eigenständiges Experimentieren in kleinen Gruppen im Merck-Juniorlabor der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Zwei siebte Klassen der Carl-Weyprecht-Schule Bad König behandelten das Thema „Oberflächen und Aluminium“. Zentraler Versuch war die anodische Oxidation von Aluminium.

Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen Beerfurth, Fränkisch-Crumbach und Vielbrunn bauten selbstständig eine Apparatur und extrahierten mittels Aceton den Farbstoff aus Möhren. Die Grundschulklassen waren auf den Besuch im Labor durch den Fachbereichsbeauftragten für Schulkontakte und Chemiker der TU Darmstadt, Dr. Klaus Wannowius, vorbereitet worden und hatten die Möglichkeit, die Ergebnisse bei einer Nachbereitung zu überprüfen.

Die Odenwald-Akademie dankte dem Wissenschaftler für die sehr gute Zusammenarbeit in den zurück liegenden Jahren und wünschte Dr. Wannowius Glück für den dritten Lebensabschnitt, denn er hat inzwischen seine Ruhestandszeit erreicht. Die Kooperation zwischen Odenwald-Akademie und Merck-TU-Darmstadt-Juniorlabor wird künftig mit Dr. Anna-Katharina Schmidt weitergeführt.

Gruppenfoto mit Grundschulklasse und Herrn Dr. Wannowius

 

Rathausvortrag: "Die eta-Fabrik im Campus der TU Darmstadt - Ein Impuls zur Energieeffizienzverbesserung in produzierenden Unternehmen"

Professor Dr.-Ing. Eberhard AbeleFür Donnerstag, den 20. November 2014, lud die Odenwald-Akademie zum Vortrag im Historischen Rathaus in Michelstadt ein. Prof. Dr.-Ing. Eberhard Abele, Leiter des Instituts für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen der TU Darmstadt sprach über das Thema „Die eta-Fabrik im Campus der TU-Darmstadt – Ein Impuls zur Energieeffiziensverbesserung in produzierenden Unternehmen“.

Etwa rund 40 % der gesamten elektrischen Energie wird in Deutschland von produzierenden Unternehmen verbraucht. Die Industrie hat sich vorgenommen bis 2020 mindestens 20 % ihres Kohlenstoffdioxidausstosses zu reduzieren. Dieses Ziel wird nur erreicht werden, wenn über die gesamte Wertschöpfungskette die Effizienz der eingesetzten Energie verbessert wird.
Die letzten Jahre wurden Energieeffizienzprojekte vorwiegend bei der Optimierung einzelner Anlagen realisiert. Der dabei erreichte Fortschritt war teilweise sehr interessant, aber weitere Potentiale können nur erschlossen werden, wenn zukünftig Maschinen mit der gesamten Gebäudeleittechnik sowie dem Gebäude energetisch verbunden sind. Dabei wird die Zwischenspeicherung elektrischer Energie ebenfalls eine wichtige Herausforderung sein.

Der Vortrag zeigte die verschiedenen möglichen Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Industrie und die damit verbundenen Innovationen in der gerade im Aufbau befindlichen Energieeffizienzfabrik im Campus der TU-Darmstadt.

Wer den Vortragsabend besuchen möchte wird gebeten, sich bei der Geschäftsführung der Odenwald-Akademie Raquel Jarillo (Tel.: 06062 70-385. E-Mail: odenwald-akademie@odenwaldkreis.de) anzumelden. Nähere Informationen zum Angebot der Odenwald-Akademie gibt es auf der Homepage www. Odenwald-Akademie.de.

Im Odenwald-Dialog diskutieren Publikum und Experten zahlreiche Faktoren der neuen Technik

Podium

Von Manfred G i e b e n h a i n

Bereits das große Interesse an der Veranstaltung bestätigte, dass die Odenwald Akademie wieder einmal mit der Auswahl des Themas und dem mit namhaften Experten besetzten Podium genau richtig gelegen hat. Thema des Odenwald-Dialogs vom 11. November 2014 war die Fragestellung “Elektromobilität: Risiken und Chancen für den ländlichen Raum?“ Hierzu begrüßten Landrat Dietrich Kübler, der die Vorreiterrolle des Odenwaldkreises in Form von zwei kreiseigenen E-Fahrzeugen unterstrich, und Hans Thierolf für das gastgebende Autohaus Treffpunkt Thierolf im Audi-Hangar in Michelstadt mehr als 120 Besucher. Noch zählen elektrisch angetriebene Fahrzeuge im Individualverkehr zu den Ausnahmen. Doch dies werde sich schon bald ändern, da waren sich die Fachleute einig. Die Meinungen gingen mehr beim Wie und Wann auseinander. Unter der bewährten Leitung von Professor Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (Köln), stellten sich Professor Dr. Christian Beidl vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Fahrzeugantriebe der Technischen Universität Darmstadt, Rüdiger Heim, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF (Darmstadt), Heiko Müller, Geschäftsführer der Riese & Müller GmbH (Darmstadt-Weiterstadt), Dr. Christian Schlosser, Referat Elektromobilität im Bundesministerium Verkehr und Digitale Infrastruktur (Berlin) sowie Kurt Sigl, der Präsident des Bundesverbandes eMobilität (Berlin) den Fragen aus dem Publikum. Dessen Aufmerksamkeit war auch nach fast zweieinhalb Stunden Information und Diskussion ungebrochen. Schließlich handelte es sich um ein Zukunftsthema, das „Teil der beschlossenen Energiewende“ sei, wie Rüdiger Heim bereits in seinem Einführungsreferat unterstrich. Der stellvertretende Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF (Darmstadt) ist zuversichtlich, dass die von der Bundesregierung anvisierte Zahl von einer Million Elektroautomobilen auf deutschen Straßen bis 2020 erreicht wird.

Aktuell sieht es noch anders aus: Das für 2014 ausgegebene Ziel von 100 000 Exemplaren wird verfehlt. Für Kurt Sigl liegt das Problem bei der deutschen Automobilindustrie: „Was fehlt, ist der Wille, anders zu denken und zu handeln.“ Die Kaufzurückhaltung sei teils nachvollziehbar, müssten doch rund 10 000 Euro mehr hingeblättert werden als für ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor. Dies ohne Grund, so Sigl, der am Beispiel von VW vorrechnete, dass nicht die Akkus der Kostentreiber sein können: „Nirgendwo auf der Welt sind Autos so teuer wie in Deutschland.“

Bezogen auf die Eingangsfrage prognostizierte Professor Dr. Christian Beidl der Mobilität im ländlichen Raum gute Chancen, in absehbarer Zeit mit Fahrzeugen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern unterwegs zu sein. Somit sei er in diesem Bereich nicht im Nachteil. Als Übergangslösung für Vielfahrer empfahl er ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug (neben einer begrenzten Reichweite im Elektromodus verfügt das Fahrzeug auch über einen Verbrennungsmotor). Auch Dr. Christian Schlosser wollte die Position Sigls, Deutschland sei dabei, eine Entwicklung zu verschlafen, so nicht stehen lassen. 2015 erwartet Schlosser „den Markthochlauf“; immer mehr Kunden fänden Freude daran, elektrisch zu fahren. Für Heiko Müller hat die neue Ära der Mobilität längst begonnen, neue Märkte und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. „E-Bikes bergen ein enormes Potenzial. Bereits vor zwei Jahren haben wir die Millionen-Marke überschritten“, lenkte der namhafte Produzent elektrisch betriebener Zweiräder die Aufmerksamkeit auf das boomende Geschäftsfeld. Auch auf dem Lande sei das E-Bike längst angekommen, vorzugsweise für den Freizeitverkehr oder als Alternative für das Zweitauto.

Die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum unterstrichen die insgesamt optimistische Gesamteinschätzung der Podiumsteilnehmer, ohne eigene Erfahrungen mit technischen Problemen oder offene Fragen auszusparen. So beschäftigte sich die Diskussion auch mit der Ladetechnik und dem verfügbaren Netz. Die Fortschritte in diesem Bereich wurden als zum Teil zu schleppend eingestuft. Auch auf dem Land hat nicht jeder eine Garage oder einen Carport mit Stromanschluss vor dem Haus, um über Nacht ein E-Fahrzeug aufladen zu können. Für Müller ein Argument mehr, auf ein E-Bike umzusteigen: „Da können Sie den Akku zum Laden mit in die Wohnung nehmen.“

 

Einladung zum Odenwald-Dialog

Rathausvortrag: "Industrie 4.0 - Impulse für den Mittelstand"

Professor Dr.-Ing. Reiner AnderlIndustrie 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution und basiert auf der Nutzung internetfähiger und intelligenter Systeme in verschiedenen industriellen Anwendungsbereichen. Diese internetfähigen, intelligenten Systeme werden auch als cyber-physische Systeme bezeichnet und durchdringen zunehmend unsere High-Tech Produkte. Im Rahmen des Rathausvortrages wurden die technischen Ansätze zu Industrie 4.0 vorgestellt und aufgezeigt, welche Chancen und Risiken zu erwarten sind. Darüber hinaus wurden gerade für die mittelständische Industrie interessante Szenarien vorgestellt und auch aufgezeigt, dass daraus neue Geschäftsmodelle entstehen. Die Vortragsfolien können Sie sich hier downloaden.

 

Aktiver und kurzweiliger Experimentiertag im MINT-Lernlabor der TU Darmstadt

 

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