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Eintauchen in spannende Wasser-Welten

Die Bilder aus Ländern im Globalen Süden kennen alle: Frauen und Mädchen gehen lange Wege, um Wasser zu holen. Das muss in Deutschland niemand tun. Aber hierzulande steht das Wassermanagement angesichts von Klimawandel, Trockenperioden und Starkregenereignissen ebenso vor Herausforderungen. Der Weltwassertag am 22. März lenkt den Blick auf beides: auf die Folgen der Wasserkrise besonders für Frauen und Mädchen und auf eine österreichische Studie mit Wasserszenarien bis zum Jahr 2100.

„Das eine ist zwar geographisch weit weg von uns und das andere klingt nach Zukunftsmusik. Aber sich mit der kostbaren Ressource Wasser zu beschäftigen, ist alles andere als Luxus“, gibt Landrat Frank Matiaske zu bedenken und verweist anlässlich des Weltwassertags auf das aktuelle Jahresprogramm der Odenwald-Akademie. „Wir möchten das Bewusstsein für den Umgang mit Wasser schärfen, nicht zuletzt deshalb, weil es Nutzungskonflikte künftig auch bei uns geben kann.“

Insgesamt elf Veranstaltungen mit Vertretern aus Wissenschaft und Wassermanagement befassen sich aus unterschiedlicher Perspektive mit Wasser. Einen ersten Vortrag hat es bereits gegeben. Dr. Stephan Schulz vom Institut für Angewandte Geowissenschaften der TU Darmstadt hat Ende Februar anhand internationaler und regionaler Beispiele über den Zusammenhang von Landwirtschaft auf Wasserressourcen gesprochen.

Neu: Spannende Exkursionen

„Eine Besonderheit unseres diesjährigen Programms sind mehrere themenbezogene Exkursionen“, wie Raquel Jarillo erläutert, die als Mitarbeiterin im Landratsamt für das Programm der Odenwald-Akademie verantwortlich ist. Die erste findet am Mittwoch, 1. April, um 18:00 Uhr in Kooperation mit den Stadtwerken Michelstadt statt. Am Trinkwasser-Hochbehälter am Michelshof nimmt Wassermeister Markus Kunkelmann die Teilnehmenden mit hinter die Kulissen der kommunalen Trinkwasserversorgung. Diese Exkursion wird nochmals am 9. September angeboten.

Am Mittwoch, 6. Mai, zeigt die TU Darmstadt von 18:15 Uhr bis etwa 20:00 Uhr ihr innovatives Regenwassermanagement am Campus Lichtwiese. Am Dienstag, 16. Juni, geht es zum Hochwasserrückhaltebecken Marbach und am Dienstag, 4. August, zum Retentionsraum Schönnen. Beide Führungen starten um 17:30 Uhr und werden in Kooperation mit den Wasserverbänden Mümling und Gersprenzgebiet angeboten.

Zu den Exkursionen muss man sich anmelden, was bereits jetzt für alle Termine möglich ist –   entweder über die Webseite www.odenwald-akademie.de, per E-Mail an r.jarillo@odenwaldkreis.de oder telefonisch bei Raquel Jarillo unter 06062 6014-9112. Eine frühzeitige Anmeldung ist empfehlenswert, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Die Mümling in Erbach: Auch für diesen Fluss gibt es einen Hochwasserrisiko-Managementplan des Regierungspräsidiums Darmstadt. Auf einem Tablet schauen sich Landrat Frank Matiaske und Raquel Jarillo den Plan vor Ort an. Foto Stefan Toepfer/Kreisverwaltung

Die Mümling in Erbach: Auch für diesen Fluss gibt es einen Hochwasserrisiko-Managementplan des Regierungspräsidiums Darmstadt. Auf einem Tablet schauen sich Landrat Frank Matiaske und Raquel Jarillo den Plan vor Ort an. Foto Stefan Toepfer/Kreisverwaltung

Vorträge über wissenschaftliche Forschung und Hochwasserschutz

Natürlich kommt aber auch die wissenschaftliche Perspektive nicht zu kurz. Denn für deren Transfer in den ländlichen Raum steht die Odenwald-Akademie vor allem. So sprechen Forschende und Lehrende der TU Darmstadt über Schadstoffe im Wasser (Prof. Dr. Holger Lutze, 16. April) genauso wie über das seit zehn Jahren bestehende hydrologische Feldlabor an der Gersprenz (Prof. Britta Schmalz, 22. September) und über das Fische-Wandern in Gewässern (Dr. Katharina Bensing, 3. November).

Landrat Matiaske dankt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausdrücklich für ihre Bereitschaft, in den Odenwaldkreis zu kommen und ihre Erkenntnisse zu präsentieren. „Dieses Engagement zusätzlich zur Arbeit in der TU verdient Anerkennung. Ich kann die Teilnahme an den Vorträgen nur sehr empfehlen, denn man lernt immer etwas hinzu und weitet seinen Horizont.“

Der Hochwasserschutz steht am 1. Oktober im Mittelpunkt eines gemeinsamen Vortrags des Katastrophenschutzes und der Wasserbehörde als zwei Abteilungen der Kreisverwaltung sowie der Wasserverbände Mümling und Gersprenzgebiet. „Wir können so zeigen, wie eng die regionalen Akteure zusammenarbeiten und die Öffentlichkeit für das Thema Hochwasserschutz sensibilisieren“, hebt Jarillo hervor. Alle Vorträge finden im Haus der Energie/Volksbank Atrium in Erbach statt und beginnen und 19:00 Uhr.

Fester Bestandteil des Programms ist auch wieder der Odenwald-Dialog, eine große Podiumsdiskussion, die am 26. November stattfindet; das genaue Thema steht noch nicht fest, wird sich aber auch ums Wasser drehen.

„Dieses Engagement zusätzlich zur Arbeit in der TU verdient Anerkennung. Ich kann die Teilnahme an den Vorträgen nur sehr empfehlen, denn man lernt immer etwas hinzu und weitet seinen Horizont.“

Frank Matiaske, Landrat

Odenwald-Akademie seit Jahrzehnten eine feste Größe im Odenwaldkreis

Den ersten Vortrag der Odenwald-Akademie als Kooperation des Odenwaldkreises und der TU Darmstadt gab es im Jahr 1988. Offiziell besiegelt wurde die Zusammenarbeit dann im Jahr 1991. Ziel ist es bis heute, die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in beide Richtungen zu stärken und zu fördern. „Die Veranstaltungen der Akademie sind ein idealer Ort, um Wissenschaft und Forschung kennenzulernen“, so Landrat Matiaske, der auch Mitglied im Förderverein der Akademie ist.

Jährlich besuchen mehr als 1.000 Interessierte die Veranstaltungen. „Das zeigt, dass unser wissenschaftlich fundiertes Bildungsangebot eine feste Größe im Odenwaldkreis geworden ist“, so Raquel Jarillo. „Die Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt ist über die Jahre immer enger geworden. Die Universitätsleitung trägt das Akademie-Angebot aus Überzeugung tatkräftig mit.“

Die Besucherinnen und Besucher kommen zum größten Teil aus dem Odenwaldkreis, aber auch aus den Nachbarlandkreisen. Besonders freut es Jarillo, dass immer wieder auch Schülerinnen und Schüler aus Leistungskursen des Gymnasiums Michelstadt zu den Vorträgen kommen. „Junge Leute, die sich überlegen zu studieren, könnten so unkompliziert Kontakt zur Wissenschaft aufnehmen.“

Die Odenwald-Akademie ist auf Facebook und Instagram aktiv. Außerdem werden Veranstaltungen aufgenommen und stehen auf dem Youtube-Kanal der Akademie zur Verfügung. Das wird auch in diesem Jahr fortgesetzt.