Aktuelles

Zurück zur Übersicht

Hochwasserschutz beginnt nicht erst, wenn das Wasser kommt

Bei unserer Veranstaltung „Übeschwemmung & Hochwasser: Vorbereitung ist alles!“ am 1. Oktober im Haus der Energie wurde deutlich, wie wichtig es ist, Risiken zu kennen und sich darauf vorzubereiten.

Zum Auftakt konnten die Besucherinnen und Besucher zwei spezielle Feuerwehrfahrzeuge aus nächster Nähe anschauen: den Gerätewagen mit dem Modul Hochwasser und Evakuierung aus Bad König und den Gerätewagen Hochwasser aus Lützelbach. Sie zeigen welche Technik im Ernstfall zum Einsatz kommt. Das Land Hessen hat flächendeckend alle 26 unteren Katastrophenschutzbehörden mit diesen Fahrzeugen ausgestattet, um bei Starkregen und Hochwasser schnell reagieren zu können.

Doch Schutz beginnt nicht erst, wenn das Wasser kommt.

„Starkregen bedeutet viel Niederschlag in kurzer Zeit auf begrenztem Raum“, so Jürgen Heisel, Leiter der Abteilung „Umwelt, Naturschutz und Landschaftspflege“. Solche Ereignisse können künftig häufiger auftreten. Gleichzeitig gerät vergangenes Hochwasser schnell in Vergessenheit. Dann wird wieder dort genau gebaut, wo früher schon Wasser stand. Dafür kam an dem Abend ein treffender Begriff: Hochwasserdemenz.

"Vorsorge beginnt da, wo man sich des Risikos bewusst wird"

Matthias Sottong, Geschäftsführer des Wasserverbandes Mittlere Mümling

Der Geschäftsführer des Wasserverbandes Mittlere Mümling brachte es auf den Punkt: „Vorsorge beginnt da, wo man sich des Risikos bewusst wird.“. Dazu gehört auch die eigene Vorsorge am Gebäude. Die Hochwasserschutzfibel des Bundes gibt konkrete Hinweise zu Objektschutz und bauliche Maßnahmen. Mit der Checkliste am Ende der Fibel kann man Schritt für Schritt durch das eigene Haus gehen. Hier der Link zur Hochwasserfibel:  BMWSB Homepage – Hochwasserschutzfibel- Objektschutz und bauliche Vorsorge (Stand: Februar 2022) – BMWSB

Auch Hochwasserrückhaltebecken und Retentionsräume erfüllen eine wichtige Funktion: Jeder gewonnene Zeitpuffer schafft mehr Zeit für Warnung, Evakuierung für den Einsatz des Katastrophenschutzes.

Nobert Heinkel, Stellvertretender Kreisbrandinspektor im Odenwaldkreis, zeigte wie technische Systeme dabei helfen, Risiken früher zu erkennen. Im Odenwaldreis kommen unter anderem Hochwassersensoren über LoRaWAN zum Einsatz. Sie liefern wichtige Daten und können damit die Warnung und den Schutz vor Hochwasser unterstützen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Wetterdaten. Eine einzelne offizielle Wetterstation in Vielbrunn kann die unterschiedlichen Wetterlagen im Odenwaldkreis nicht vollständig abbilden. Deshalb gibt es inzwischen weitere Wetterstationen an Feuerwehrhäusern im Odenwaldkreis. Sie können auch bei einem Stromausfall weiter betrieben werden und liefern wichtige Informationen für den Einsatz.

Der Schutz von Leib und Leben und unseres gesellschaftlichen Lebens ist eine gemeinsame Aufgabe. Eigenvorsorge kann es trotzdem nicht ersetzen. Sie bleibt ein wichtiger Teil des Schutzes.

Danke an alle Referierenden, Einsatzkräfte und Beteiligten für den informativen Abend.

Gerätewagen der Feuerwehr Evakuierung

Gerätewagen der Feuerwehr Evakuierung