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31. Oktober 2019 - 19:30 Uhr

Generierung pH-abhängiger Antikörper zur Krebstherapie

Jan Patrick Bogen

Doktorand/Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie, Technische Universität Darmstadt

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Die Zahl der Krebsdiagnosen steigt kontinuierlich weltweit. Viele Menschen, die an Krebs erkranken, können heutzutage geheilt werden. Das ist der Verdienst der Krebsforschung. Erfreulich ist, dass in diesem Bereich auch ein junger Wissenschaftler mit odenwälder Wurzeln erfolgreich forscht. Mit seiner unbändigen Begeisterung für die molekulare Biotechnologie gelang es ihm einen Antikörper zu generieren, der neue Therapieoptionen bei Dickdarmkrebs ermöglicht, insbesondere bei der Unterdrückung der Bildung von dort sehr häufig beobachteten Lebermetastasen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Odenwald-Akademie diese Masterarbeit mit der weltweiten neuen Methode vom 25jährigen Jan Patrick Bogen mit dem 2.500 € dotierten Akademie-Preis belohnt. Am 31. Oktober lädt die Odenwald-Akademie zur Preisverleihung ab 19:30 Uhr in das historische Rathaus in Michelstadt ein. Bogen, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Kolmar am Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie an der Technischen Universität Darmstadt, stellt die neuen Wege in der Tumortherapie mit dem Vortrag „Generierung pH-abhängiger Antikörper zur Krebstherapie“ an diesem Abend vor. Wer sich für die Veranstaltung interessiert, wird gebeten, sich bei Raquel Jarillo von der Odenwald-Akademie unter Telefon 06062 70-385 oder per E-Mail an odenwald-akademie@odenwaldkreis.de anzumelden.

In dieser Masterarbeit wurde ein Antikörpermolekül generiert, welches gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen krebsspezifischen Proteinen pH-abhängig interagierte. Eines der beiden Zielproteine war CEACAM5, welches im Blut von Darmkrebspatienten zu finden ist und dort die Entstehung von lebensgefährdenden Lebermetastasen vermittelt. Um dieses Eiweiß aus der Zirkulation entfernen zu können, wurde ein humaner Antikörper über biochemische und molekularbiologische Methoden soweit modifiziert, dass es CEACAM5 in Abhängigkeit vom pH-Wert adressierte. Unter neutralen Bedingungen bindet der Antikörper CEACAM5 im Blut des Patienten. Wird dieser Komplex nun in die Zellen des Patienten aufgenommen, gelangt dieser in subzelluläre Kompartimente mit sauren pH-Wert, in welchem der Antikörper-CEACAM5-Komplex zerfällt. Während das CEACAM5 in der Zelle abgebaut wird und nun nicht mehr an der Metastasierung mitwirken kann, wird der Antikörper zurück in die Zirkulation transportiert, wo dieser erneut an weitere CEACAM5-Moleküle binden kann. Des Weiteren ist der Antikörper in der Lage das ebenfalls krebsspezifische Protein CEACAM6 auf der Oberfläche von Krebszellen zu markieren, woraufhin das Immunsystem des Patienten den Tumor selbstständig angreift. Der in dieser Arbeit generierte bispezifische Antikörper könnte daher den Primärtumor bekämpfen und gleichzeitig die Entstehung von Lebermetastasen unterbinden.

Kategorie

Rathausvortrag

Datum

31. Oktober 2019
19:30 Uhr

Veranstaltungsort

Historisches Rathaus
Marktplatz 1, Michelstadt

Anzahl Plätze

60

Verfügbare Plätze

10

Telefon

06062 70-385

E-Mail

odenwald-akademie@odenwaldkreis.de

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